Gegenkundgebungen / Mahnwachen zum NaziaufmArsch am 03.03.2012

22. Februar 2012

Hier findet Ihr eine Aufstellung der Gegenkundgebungen, Mahnwachen und Infopunkte zum Naziaufmarsch am 03.03.2012 in der Nordstadt.


An den roten Punkten finden Gegenkundgebungen statt. Diese Kundgebungen beginnen um 09:00 Uhr.

Die Nazi-Route (blau) startet um ca. 12.00 Uhr und führt vom Ostausgang des Bahnhofs Zentrum Nord über die Straßen Im Hagenfeld, Hoher Heckenweg, Markweg, Joseph-Haydn-Straße, Sibeliusstraße und Telemannstraße zurück zum Bahnhof Zentrum Nord.

(rote Punkte)

1) Hoher Heckenweg / Ecke Edelbach (auf der Karte oben rechts): Kundgebung von 09.00 bis ca. 18.00 Uhr. Guter Ausgangspunkt für Blockaden sowie Rückzugsmöglichkeit. Wir rufen dazu auf, falls möglich, schon sehr früh an dieser Kundgebung oder im Viertel zu sein.

2) Bahnhof „Münster-Zentrum-Nord“, Westseite (Albrecht-Taer-Straße). Leider die falsche Seite der Bahn ;-). An diesem Bahnhof starten die Nazis (Ostseite).

3) Hoher Heckenweg / Ecke Piusallee. Ebenfalls Westseite der Bahn, DGB-Kundgebung.

Das „Theater im Pumpenhaus“, Gartenstr. 123 (grünes Kreuz) öffnet am 3. März seine Türen und kann Protestierenden als Anlaufstelle und Ruheort dienen.

4) Hauptbahnhof / Berliner Platz (vor dem Bahnhof): Kundgebung und Infostand.

5) Hauptbahnhof / Bremer Platz (hinter dem Bahnhof): Mahnwache und Infopunkt.

6) Promenade zwischen Salzstraße und Windthorststraße (auf der Rückseite der Synagoge) 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr: Kundgebung der jüdischen Kultusgemeinde, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Ev. Forum u.a.

7) Bahnhof Hiltrup, Bergiusstraße/Aldi: Mahnwache und Infopunkt ab 10:30 Uhr.

Weitere Infos unter „Termine“ und unter http://www.keinenmeter.de.ms/

Infoflyer zum Downloaden (265 KB / 2 S.)

Aktivierungskonferenz von “Keinen Meter” gegen den Nazi-Aufmarsch in Münster

3. Februar 2012

04.02.2012

Aktivierungskonferenz von “Keinen Meter” gegen den Nazi-Aufmarsch in Münster

Wie kann der Protest gegen den Naziaufmarsch in Münster aussehen? Bereits im Februar 2006 wurden die Neonazis, bei ihrem Versuch durch Münster zu ziehen, von vielen hundert Menschen gestoppt. An diese erfolgreiche Aktion wollen wir in diesem Jahr anschließen. Wir möchten mit der Konferenz am 4. Februar unsere Aktionsidee vorstellen und zum Mitmachen einladen.

Samstag, 04. Februar 2012, ab 10:30 Uhr

pg – Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstr.10, Münster

Themen der Konferenz: Neonazis im Münsterland, Erfahrungen aus Köln, Aktionskonzept für Münster, Aktionstraining

Aus Anlass des Naziaufmarsches am 3. März hat sich das Bündnis „Keinen Meter“ gegründet, das ein Zusammenschluss von gewerkschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und religiösen Gruppen, antifaschistischen Initiativen und politischen Parteien aus Münster ist. Am 3. März wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen dafür sorgen, dass die Neonazis keinen Meter laufen. Wir wollen dieses Ziel in gemeinsamen Aktionen erreichen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich den Neonazis und ihrer rassistischen Hetze entgegen stellen.

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Samstag, 04. Februar 2012, ab 10:30 Uhr pg – Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstr.10, Münster Themen der Konferenz: Neonazis im Münsterland, Erfahrungen aus Köln, Aktionskonzept für Münster, Aktionstraining Aus Anlass des Naziaufmarsches am 3. März hat sich das Bündnis „Keinen Meter“ gegründet, das ein Zusammenschluss von gewerkschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und religiösen Gruppen, antifaschistischen Initiativen und politischen Parteien aus Münster ist. Am 3. März wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen dafür sorgen, dass die Neonazis keinen Meter laufen. Wir wollen dieses Ziel in gemeinsamen Aktionen erreichen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich den Neonazis und ihrer rassistischen Hetze entgegen stellen.

30. Landesweite Konferenz antifaschistischer Initiativen und Organisationen 2012 in Nordrhein-Westfalen

27. Januar 2012

Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen!

28.01.2012

30. Landesweite Konferenz antifaschistischer Initiativen und Organisationen 2012 in Nordrhein-Westfalen

Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen!

Mit unserer Tagung und den gewählten Schwerpunkten wollen wir konkrete Forderungen entwickeln, gemeinsam Erfahrungen austauschen und die Basis gemeinsamen Handelns verbreitern.

Samstag, 28. Januar 2012, 10:00 bis 18:00 Uhr.

Fachhochschule Dortmund – Fachbereich Design

Ablauf der Konferenz: 10:00 Uhr Begrüßung/Ablauf: VVN-BdA NRW 10:15 Uhr Referat: Dr. Ullrich Schneider, Generalsekretär der FIR (Internationale Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten) 10:45 Uhr Kultur: Joscha Gingold 11:15 Uhr Arbeitsgruppen: (parallele AGs, Themen s. nächste Seite) 14:00 Uhr Kultur: Chortheater, Köln 14:30 Uhr Arbeitsgruppen: (Weiterführung der AGs) 16:00 Uhr Auswertung der Arbeitsgruppen 17:00 Uhr Kultur: Chortheater, Köln 17:45 Uhr Schlusswort

Flyer der Konferenz siehe unter mehr

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Samstag, 28. Januar 2012, 10:00 bis 18:00 Uhr. Fachhochschule Dortmund – Fachbereich Design Ablauf der Konferenz: 10:00 Uhr Begrüßung/Ablauf: VVN-BdA NRW 10:15 Uhr Referat: Dr. Ullrich Schneider, Generalsekretär der FIR (Internationale Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten) 10:45 Uhr Kultur: Joscha Gingold 11:15 Uhr Arbeitsgruppen: (parallele AGs, Themen s. nächste Seite) 14:00 Uhr Kultur: Chortheater, Köln 14:30 Uhr Arbeitsgruppen: (Weiterführung der AGs) 16:00 Uhr Auswertung der Arbeitsgruppen 17:00 Uhr Kultur: Chortheater, Köln 17:45 Uhr Schlusswort Flyer der Konferenz siehe unter mehr

„Volkstrauertag“ kippen?!

24. Januar 2012

25.01.2012

„Volkstrauertag“ kippen?!

Mittwoch, 25. Januar 2012, 18.00 Uhr

Kulturkneipe F24, Frauenstraße 24

Das sogenannte „Volkstrauertags“-Gedenken der Stadt Münster ist unter aller Sau!

Wir wollen einen neuen Anlauf unternehmen, das zu ändern. Es sollen nicht länger Soldaten als Helden gefeiert werden.

Alle, die Lust haben, sich an einem kritischen Gedankenaustausch zu beteiligen und über unsere Möglichkeiten nachzudenken sind herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf Euch und Eure Ideen!

Weitere Informationen findet Ihr in den Artikeln vom 04. und 05.11.2011 auf dieser Homepage!

Mittwoch, 25. Januar 2012, 18.00 Uhr Kulturkneipe F24, Frauenstraße 24 Das sogenannte „Volkstrauertags“-Gedenken der Stadt Münster ist unter aller Sau! Wir wollen einen neuen Anlauf unternehmen, das zu ändern. Es sollen nicht länger Soldaten als Helden gefeiert werden. Alle, die Lust haben, sich an einem kritischen Gedankenaustausch zu beteiligen und über unsere Möglichkeiten nachzudenken sind herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf Euch und Eure Ideen! Weitere Informationen findet Ihr in den Artikeln vom 04. und 05.11.2011 auf dieser Homepage!

Widerstände im Münsterland

20. Dezember 2011

Widerstände gegen den Nationalsozialismus in Münster und im Münsterland

21.12.2011

19.11. bis 21.12.2011

Widerstände im Münsterland

Widerstände gegen den Nationalsozialismus in Münster und im Münsterland

Wir weisen auf diese Ausstellung hin, die nicht von der VVN/BdA verantwortet wird, aber sehenswert ist.

18 Fallbeispiele – biografische Skizzen historischer Akteurinnen und Akteure, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus widerständig oder nonkonform verhalten haben – präsentieren auf einer menschlichen Ebene beispielhafte Widerstände, sei es als Protest, als Unterstützung oder auch als Rettungstaten.

Mittwoch, 21. Dezember 2011, Di. bis Fr. von 10-17.00 Uhr und Sa.+ So. von 10-16.00 Uhr

Bürgerhalle (Foyer) des Rathauses, Prinzipalmarkt

Die Ausstellung ist vom

zu den o.a. Zeiten in der Bürgerhalle des Rathauses zu sehen.

Man kann nicht vom Widerstand im Münsterland sprechen, allenfalls von Widerständen. Auch wird deutlich, dass die Einzelpersonen häufig von ihren Mitmenschen denunziert wurden. Durch dieses differenzierte Bild liefert diese Ausstellung eine gute Vorbereitung auf die Ausstellung „Ehre wem Ehre gebührt?!“ im ersten Quartal 2012.

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Mittwoch, 21. Dezember 2011, Di. bis Fr. von 10-17.00 Uhr und Sa.+ So. von 10-16.00 Uhr Bürgerhalle (Foyer) des Rathauses, Prinzipalmarkt Die Ausstellung ist vom 19. November bis 21. Dezember 2011 zu den o.a. Zeiten in der Bürgerhalle des Rathauses zu sehen. Man kann nicht vom Widerstand im Münsterland sprechen, allenfalls von Widerständen. Auch wird deutlich, dass die Einzelpersonen häufig von ihren Mitmenschen denunziert wurden. Durch dieses differenzierte Bild liefert diese Ausstellung eine gute Vorbereitung auf die Ausstellung „Ehre wem Ehre gebührt?!“ im ersten Quartal 2012.

Falsche Helden in der Stadt des Friedens

12. November 2011

Rundgang und Vortrag zu Münsters Militärdenkmälern

13.11.2011

Falsche Helden in der Stadt des Friedens

Rundgang und Vortrag zu Münsters Militärdenkmälern

Im Schlossgarten steht ein Kriegerdenkmal mit der Inschrift „Ob auch alles um uns sank, lasst uns nicht entarten, haltet Schwert und Ehre blank! Unsere Toten – warten.“

Sonntag, 13. November 2011, 10:30 Uhr

Start: am ehemaligen Lindenhof, Promenade/Stadtbad Mitte / Abschluss: Frauenstr. 24, Kulturkneipe

Am „Volkstrauertag“ gedenken andere Leute ihrer toten Soldaten oder „Helden“. Dagegen wollen wir an diesem Tag einen kritischen Stadtrundgang zu einigen Münsteraner Militärdenkmälern durchführen und im Anschluss in einem Vortrag über Sinn und Unsinn von militärischer Propaganda diskutieren.

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Sonntag, 13. November 2011, 10:30 Uhr Start: am ehemaligen Lindenhof, Promenade/Stadtbad Mitte / Abschluss: Frauenstr. 24, Kulturkneipe Am „Volkstrauertag“ gedenken andere Leute ihrer toten Soldaten oder „Helden“. Dagegen wollen wir an diesem Tag einen kritischen Stadtrundgang zu einigen Münsteraner Militärdenkmälern durchführen und im Anschluss in einem Vortrag über Sinn und Unsinn von militärischer Propaganda diskutieren.

Gedenkandacht für die Zwangsarbeiter_innen

12. November 2011

13.11.2011

Gedenkandacht für die Zwangsarbeiter_innen

Sonntag, 13. November 2011, 15:30 Uhr

Alte Clemenskirche, Hiltrup, An der alten Kirche 1

Gedenkandacht des „Ökumenischen Kreises für Frieden und Gerechtigkeit“ in Münster-Hiltrup.

Anschließend Gedenken an den Gräbern der Zwangsarbeiter_innen.

Sonntag, 13. November 2011, 15:30 Uhr Alte Clemenskirche, Hiltrup, An der alten Kirche 1 Gedenkandacht des „Ökumenischen Kreises für Frieden und Gerechtigkeit“ in Münster-Hiltrup. Anschließend Gedenken an den Gräbern der Zwangsarbeiter_innen.

Woody Guthrie Festival Münster

5. November 2011

Songs und Politik

06.11.2011

Woody Guthrie Festival Münster

Songs und Politik

Nähere Infos unter www.wgf-münster.de ( mit „ü“! )

Sonntag, 06. November 2011, 19:00h / außerdem Do., Fr. und Sa. um 20.00 Uhr und Sa. 16.00 Uhr

Bürgerhaus Bennohaus, Bennostr. 5, 48155 Münster

Sonntag, 06. November 2011, 19:00h / außerdem Do., Fr. und Sa. um 20.00 Uhr und Sa. 16.00 Uhr Bürgerhaus Bennohaus, Bennostr. 5, 48155 Münster

Stätten des Grauens in Münster

4. November 2011

Aus aktuellem Anlass hier noch einmal Auszüge aus dem Artikel vom 17.07.2011.

In Münster gibt es Plätze und Straßennamen von Tätern und Mitläufern der Naziverbrechen; und der Wehrmacht, die die Verbrechen mit begangen hat, werden Denkmäler (Stalingrad…) gesetzt. Die Opfer, sofern sie nicht genehm sind, gehen leer aus. Die Kriegsgefangenen und ZwangsarbeiterInnen wurden durch Arbeit und Hunger umgebracht oder starben bei Bombenangriffen und wurden z.T. nicht mal bestattet. Sie wurden verscharrt oder kamen in Massengräber. Selbst nach Kriegsende wurden sie noch verhöhnt. So steht auf einem Mahnmal auf dem sowjetischen Gräberfeld auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum: „…auch ihr Tod ist uns Verpflichtung…“

Hier einige Stätten des Grauens und des Gedenkens und Gräber als einziger Spur der Erinnerung, die am 17.07.2011 in einer Fahrradtour besucht wurden:

1) Promenadendenkmäler am Ludgeriplatz

a) Das große „Denkmal für die Opfer des Reiches“ beim Boxeraufstand in China (1901). Deutschland nahm für einen Toten zehntausendfache Rache an den Chinesen. (Denkmal wurde 1925 errichtet)

b) kleineres Denkmal für die deutschen Opfer des „Herero-Aufstandes“ (1905-1906) in der Kolonie „Deutsch Südwest-Afrika“ (heute „Namibia“). Von 80.000 Hereros haben nur 2.000 überlebt.

Bei beiden Massakern gab es den Befehl: „Kein Pardon! – Alle niedermachen!“

2) Synagoge

3) Kaiser-Wilhelm-Ring und OSTMARKstraße

4) Fliegerhorst Handorf

5) Sowjetisches, polnisches und englisches Gräberfeld auf dem Friedhof Lauheide

6) Sowjetisches Gräberfeld auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum

7) Vermutetes Lager auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum

8) ehemaliges Zwangsarbeiter_innenlager Meerwiese an der Kanal-Schleuse

9) Stalingraddenkmal, am Hindenburgplatz gegenüber dem Dt.-Nl. Korps. Inschrift: „Stalingrad – 16. Infantrie-Division – 16. Panzer-Division – 1939-1945“. An diesem Denkmal gab es noch in der 80er-Jahren ein Gedenken der Bundeswehr zu Stalingrad.

Die Veranstaltung sollte mithelfen diese Stätten nicht zu vergessen und sich weiterhin kritisch damit zu beschäftigen.

Eine Forsetzung dieser Radtour findet am 13.11.2011, dem sogenannten „Volkstrauertag“ um 10:30 Uhr in Form eines Stadtrundganges zu Münsters Militärdenkmälern statt. Der Rundgang steht unter dem Thema „Falsche Helden in der Stadt des Friedens“:

Im Schlossgarten steht ein Kriegerdenkmal mit der Inschrift „Ob auch alles um uns sank, lasst uns nicht entarten! Haltet Schwert und Ehre blank! Unsere Toten – warten!“ Das war im Gedenken an den ersten Weltkrieg die Vorbereitung auf den Zweiten.

Anschließend wird es im „F24“ ein Vortrag zu diesem Thema mit anschließdender Diskussion geben.

Start: am ehemaligen Lindenhof, Promenade/Stadtbad Mitte / Abschluss: Kulturkneipe Frauenstr. 24

Flyertext zum 13.11.2011 – dem sog. „Volkstrauertag“

geschrieben von EAM

3. November 2011

Wem wird am „Volkstrauertag“ gedacht?

Am Sonntag, den 13. November 2011, dem so genannten „Volkstrauertag“, wird bundesweit und auch in Münster „der Kriegstoten und der Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen“ gedacht. Der jährlich stattfindende, staatliche Gedenktag hat eine lange Tradition seit der Weimarer Republik.

Damals zunächst als Tag der Trauer für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs eingeführt, wurde er im Nationalsozialismus als „Heldengedenktag“ zum staatlichen Feiertag erkoren. So wurde aus einer nationalistisch-militaristischen Trauerfeierlichkeit die „Heldenverehrung“ von Wehrmacht und NSDAP. Sie beinhaltete den eindringlichen Appell, „Helden“ hätten sich bedingungslos „für Führer, Volk und Vaterland“ zu opfern.

Nach der Befreiung Nazideutschlands durch die alliierten Armeen standen in der Bundesrepublik bis Mitte der 90er Jahre die getöteten deutschen Soldaten zweier Weltkriege und die Toten der alliierten Bombenangriffe im Fokus des Gedenkens. Doch dass gerade auch die Wehrmacht – als aktive Stütze der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und als williges Instrument zur Verwirklichung der NS-Vernichtungspolitik im Osten Europas – im Zentrum staatlich geförderter Trauerarbeit stand, war schwer zu erklären. Darüber hinaus waren und sind zu offensichtlich nationalistisch-militaristisch geprägte Trauerfeierlichkeiten nicht mehr gefragt.

Wenn also heute der deutschtümelnde Nationalismus offiziell zugunsten „der Kriegstoten und der Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen“ aufgegeben wurde, ist dies ein kleiner Fortschritt.

Das dennoch auch heutzutage das offizielle Gedenken zum „Volkstrauertag“ vielerorts stark nationalistisch-militaristisch geprägt ist, kann man auch in Münster Jahr für Jahr beobachten: Vertreterinnen und Vertreter von Soldatenverbänden, Vertriebenenverbänden, der Stadt Münster, Verbindungen und Burschenschaften, Bundeswehr u.a.m. geben sich ein harmonisches Stelldichein. Hin und wieder auch mal ein paar bekennende Nazis. Alle in Trauer vereint – in den Köpfen ein wahrer Querschnitt durch die Motivgeschichte des „Volkstrauertages“. Eigentlich ein Trauerspiel …

Und wenn man den Gedanken einer quasi universellen Trauer um sämtliche Opfer von Krieg und Gewalt genauer betrachtet, zeigt sich ein Problem: Denn es verschwimmen nun – zumindest auf den zweiten Weltkrieg bezogen – die Grenzen zwischen TäterInnen und Opfern, MörderInnen und Ermordeten.

Ein Beispiel – die Dresdner Bank. Als „Hausbank der SS“ machte sie – in vollem Bewußtsein ihres Handelns – die geplante und industriell organisierte Ausbeutung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, von behinderten Menschen, von Homosexuellen und vielen anderen Opfergruppen des NS zu Geld und Gold. Wenn nun die beteiligten Angestellten der Dresdner Bank im Bombenhagel von Dresden ums Leben kamen: Sind sie wirklich nur als Opfer zu betrachten? Oder die über dieses offene Geheimnis informierten AktienbesitzerInnen der Bank, die durch ihre Aktien reich wurden? Oder die hunderttausenden von Wehrmachtssoldaten, die den Versuch der vollkommenen Vernichtung, die Massenmorde an ZivilistInnen und andere Kriegsverbrechen z. T. mit Begeisterung und akribischem Pflichtbewußtsein in die Tat umsetzten?

Kann es wirklich sein, dass in Deutschland auf offiziellen Gedenkveranstaltungen um Mörderinnen und Mörder in gleicher Weise getrauert wird wie um die, die von ihnen ermordet wurden? Sind nun alle „irgendwie Opfer“, weil alle während des zweiten Weltkrieges ums Leben kamen? Wird dabei nicht Wesentliches unterschlagen: Nämlich wer den Krieg begonnen hat mit dem Ziel, die ganze Welt zu unterwerfen? Und wer dabei in einem nie gekannten „Rassen“wahn und mit penibler Gründlichkeit die weltweite, gezielte, industriell organisierte und vollkommene Vernichtung von Millionen von Menschen ins Auge gefasst hatte? Aus dem einen Grund – weil man als „nicht deutsch genug“ angesehen wurde …

Deshalb:

Wir gedenken den Juden und Jüdinnen, den Sinti und Roma, den Kommunist_innen und anderen politisch Verfolgten, den Menschen mit Behinderung, den Homosexuellen, den Wehrmachtsdeserteuren, den Opfern des Vernichtungskrieges der Wehrmacht im Osten Europas und allen anderen, die vom Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Wir werden sie nicht mit ihren Mörderinnen und Mördern auf die gleiche Stufe stellen.

Nie wieder Faschismus – für eine Welt ohne Kriege, Gewaltherrschaft und Waffen!

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