Fahrradtour zu den Stätten des Grauens in Münster

16. Juli 2011

Am Samstag, den 17.07.2011 fanden sich gut 20 Teilnehmer_innen am Ludgeriplatz zusammen, um eine Fahrradtour der besonderen Art zu begehen.

In Münster gibt es Plätze und Straßennamen von Tätern und Mitläufern der Naziverbrechen; und der Wehrmacht, die die Verbrechen mit begangen hat, werden Denkmäler (Stalingrad…) gesetzt. Die Opfer, sofern sie nicht genehm sind, gehen leer aus. Die Kriegsgefangenen und ZwangsarbeiterInnen wurden durch Arbeit und Hunger umgebracht oder starben bei Bombenangriffen und wurden z.T. nicht mal bestattet. Sie wurden verscharrt oder kamen in Massengräber. Selbst nach Kriegsende wurden sie noch verhöhnt. So steht auf einem Mahnmal auf dem sowjetischen Gräberfeld auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum: „…auch ihr Tod ist uns Verpflichtung…“

Die Fahrradtour führte zu folgenden Stätten des Grauens und des Gedenkens und an Gräber als einzige Spur der Erinnerung:

1) Promenadendenkmäler am Ludgeriplatz

a) Das große „Denkmal für die Opfer des Reiches“ beim Boxeraufstand in China (1901). Deutschland nahm für einen Toten zehntausendfache Rache an den Chinesen. (Denkmal wurde 1925 errichtet)

b) kleineres Denkmal für die deutschen Opfer des „Herero-Aufstandes“ (1905-1906) in der Kolonie „Deutsch Südwest-Afrika“ (heute „Namibia“). Von 80.000 Hereros haben nur 2.000 überlebt.

Bei beiden Massakern gab es den Befehl: „Kein Pardon! – Alle niedermachen!“

2) Synagoge

3) Kaiser-Wilhelm-Ring und OSTMARKstraße

4) Fliegerhorst Handorf

5) Sowjetisches, polnisches und englisches Gräberfeld auf dem Friedhof Lauheide

6) Sowjetisches Gräberfeld auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum

7) Vermutetes Lager auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum

8) ehemaliges Zwangsarbeiter_innenlager Meerwiese an der Kanal-Schleuse

9) Stalingraddenkmal, am Hindenburgplatz gegenüber dem Dt.-Nl. Korps. Inschrift: „Stalingrad – 16. Infantrie-Division – 16. Panzer-Division – 1939-1945“. An diesem Denkmal gab es noch in der 80er-Jahren ein Gedenken der Bundeswehr zu Stalingrad.
Die Veranstaltung sollte mithelfen diese Stätten nicht zu vergessen und sich weiterhin kritisch damit zu beschäftigen.

Eine Forsetzung dieser Radtour findet am 13.11.2011, dem sogenannten „Volkstrauertag“ um 10:30 Uhr in Form eines Stadtrundganges zu Münsters Militärdenkmälern statt. Der Rundgang steht unter dem Thema „Falsche Helden in der Stadt des Friedens“:

Im Schlossgarten steht ein Kriegerdenkmal mit der Inschrift „Ob auch alles um uns sank, lasst uns nicht entarten! Haltet Schwert und Ehre blank! Unsere Toten – warten!“ Das war im Gedenken an den ersten Weltkrieg die Vorbereitung auf den Zweiten.

Anschließend wird es im „F24“ ein Vortrag zu diesem Thema mit anschließdender Diskussion geben.

Start: am ehemaligen Lindenhof, Promenade/Stadtbad Mitte / Abschluss: Kulturkneipe Frauenstr. 24

Verboten – verbrannt – aber nicht vergessen

9. Mai 2011

Lesung

10.05.2011

Veranstaltungshinweis

Verboten – verbrannt – aber nicht vergessen

Lesung

Bei den Bücherverbrennungen, die am 10.Mai 1933 nicht nur in Berlin, sondern in nahezu allen Hochschulstädten des Deutschen Reiches und sogar auf Dörfern statt fanden, wurden tausende Bücher von Autoren, die wegen ihrer humanistischen, demokratischen oder sozialistischen Gesinnung oder wegen ihrer jüdischen Herkunft als dekadent gebrandmarkt wurden, vernichtet.

Dienstag, 10. Mai 2011, 20 Uhr

Stadtbücherei, Alter Steinweg 11

Wie war das damals in Berlin und Münster? Nach einer kurzen Erläuterung des historischen Hintergrunds durch Andreas Determann von der cjz werden Mitglieder der Hiltruper VorLeseClubs aus damals verbotenen, verbrannten Büchern von heute nicht vergessenen Autoren lesen.

Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. in Kooperation mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel, dem Hiltruper VorLeseClub und der Stadtbücherei

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Dienstag, 10. Mai 2011, 20 Uhr Stadtbücherei, Alter Steinweg 11 Wie war das damals in Berlin und Münster? Nach einer kurzen Erläuterung des historischen Hintergrunds durch Andreas Determann von der cjz werden Mitglieder der Hiltruper VorLeseClubs aus damals verbotenen, verbrannten Büchern von heute nicht vergessenen Autoren lesen. Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. in Kooperation mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel, dem Hiltruper VorLeseClub und der Stadtbücherei

Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung am 8.Mai 2011

7. Mai 2011

Ca. 80 Teilnehmer_innen kamen zum Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus. In Redebeiträgen wurde deutlich auf die Defizite unsere Gesellschaft hingewiesen. Etwa ebenso viele Besucher_innen kamen zu einem beeindruckenden Zeitzeugengespräch mit Bert Woudstra aus Enschede zusammen. Hier finden sich Fotos, ein Zeitungsartikel und Redebeiträge.


Über 70 Teilnehmer kamen am Zwinger zusammen…

…um der Opfer des NS zu gedenken

Kranznierderlegung am Zwinger

Für die Opfer des deutschen Faschismus

Zeitzeuge Bert Woudstra aus Enschede

Weitere Fotos und ein ausführlicher Bericht finden sich auf der Seite der Antifaschistischen Linken Münster:
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2011/05/08/bericht-ueber-den-8-mai-2011/

Die Redebeiträge der Jugendantifa Münster und der Emanzipatorischen Antifa Münster finden sich ganz unten als PDF zum Download.

Redebeitrag der Jugendantifa Münster zum 8.Mai 2011 (59 KB / 1 S.)

Redebeitrag der Emanzipatorischen Antifa Münster zu antimuslimischem Rassismus (56 KB / 2 S.)

Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus

7. Mai 2011

Veranstaltungen in Münster zum Tag der Befreiung

08.05.2011

Kundgebung und Zeitzeugengespräch

Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus

Veranstaltungen in Münster zum Tag der Befreiung

Die Kundgebung am Zwinger beginnt in diesem Jahr schon um

Sonntag, 08. Mai 2011, 14:00h / 16:00h:Zeitzeugengespräch

Am Zwinger, Promenade/Ecke Kanalstraße, Münster

Das 8.Mai-Bündnis aus verschiedenen münsteraner Gruppen, denen der Antifaschismus ein besonderes Anliegen ist, lädt herzlich ein. Am 08.Mai 1945 wurde mit der Kapitulation Deutschlands das Ende des 2.Weltkrieges besiegelt. Wir wollen gemeinsam der Opfer des deutschen Faschismus gedenken. Wir wollen aber auch aus der Vergangenheit lernen und die Probleme der Gegenwart benennen.

16:00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Bert Woudstra (Enschede) im Gemeindesaal des Paul-Gerhardt-Hauses, Friedrichstr. 10, MS

„Es gibt beinahe keinen Tag in meinem Leben, dass ich nicht an diese Zeit zurückdenke.“ Bert Woudstra

Das 8.Mai-Bündnis Münster besteht aus:

Antifaschistische Linke Münster, Emanzipatorische Antifa Münster, Jugendantifa Münster, Linksjugend [´solid] Münster, Initiative „Blumen für Stuckenbrock“, Kulturverein Frauenstraße 24 e.V., Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

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Sonntag, 08. Mai 2011, 14:00h / 16:00h:Zeitzeugengespräch Am Zwinger, Promenade/Ecke Kanalstraße, Münster Das 8.Mai-Bündnis aus verschiedenen münsteraner Gruppen, denen der Antifaschismus ein besonderes Anliegen ist, lädt herzlich ein. Am 08.Mai 1945 wurde mit der Kapitulation Deutschlands das Ende des 2.Weltkrieges besiegelt. Wir wollen gemeinsam der Opfer des deutschen Faschismus gedenken. Wir wollen aber auch aus der Vergangenheit lernen und die Probleme der Gegenwart benennen. 16:00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Bert Woudstra (Enschede) im Gemeindesaal des Paul-Gerhardt-Hauses, Friedrichstr. 10, MS „Es gibt beinahe keinen Tag in meinem Leben, dass ich nicht an diese Zeit zurückdenke.“ Bert Woudstra Das 8.Mai-Bündnis Münster besteht aus: Antifaschistische Linke Münster, Emanzipatorische Antifa Münster, Jugendantifa Münster, Linksjugend [´solid] Münster, Initiative „Blumen für Stuckenbrock“, Kulturverein Frauenstraße 24 e.V., Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Ältere Termine stehen auf der alten Website

13. April 2011

14.04.2011

Hinweis

Ältere Termine stehen auf der alten Website

Wenn Euch interessiert, was wir in den letzten Monaten (und Jahren) so gemacht haben, lohnt sich ein Blick auf unsere alte Website!

Donnerstag, 14. April 2011, 00.00

Münster

Dort findet Ihr auch viele Infos zu unseren Projekten der letzten Jahre, wie z.B. die Einrichtung eines Gedenkensembles für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Münster-Hiltrup.

Donnerstag, 14. April 2011, 00.00 Münster Dort findet Ihr auch viele Infos zu unseren Projekten der letzten Jahre, wie z.B. die Einrichtung eines Gedenkensembles für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Münster-Hiltrup.

URL zum „Gedenkensemble für die Zwangsarbeiter_innen in MS-Hiltrup“

6. April 2011

Siehe: http://www.muenster.org/vvn-bda/waldfrieden/

http://www.muenster.org/vvn-bda/waldfrieden/

Museum der Kapitulation in Reims

9. März 2011

In Reims hatte US-General Eisenhower 1945 sein Hauptquartier. Im Kartenraum seines Quartiers wurde am 7.Mai 1945 die erste Kapitulationsurkunde von den Nazis unterschrieben.


Alliierter Bomber in der Nähe von Reims

Hauptquartier Eisenhowers / 30.08.1944: erbeuteter dt. Panzer im befreiten Reims

oben: Unterzeichnung der Kapitulation / unten: Eisenhower (2.v.r.) nach der Unterzeichnung

Von Hitlers Nachfolger Dönitz‘ unterzeichnete Bevollmächtigung zur Kapitulation

Kapitulationsurkunde – Teil 1

Kapitulationsurkunde – Teil 2

Die Kapitulation wurde am 8.Mai wirksam und wurde auch an diesem Tag veröffentlicht. Da die Sowjetunion Einwände gegen die Vorgehensweise hatte, erfolgte in der Nacht vom 8. auf den 9.Mai 1945 um 0:15 Uhr eine weitere Kapitulations-Unterzeichnung in Berlin.

Die Räume in Reims, in denen die Kapitulation unterzeichnet wurde, wurden später zu einem Museum umgebaut. Der Kartenraum besteht noch im Originalzustand.

Hier einige Eindrücke aus dem Museum bei einem Besuch am 10.03.2011:

Filmdoku „Pizza in Auschwitz“

geschrieben von Moshe Zimmerman

22. Februar 2011

Der Dokumentarfilm des israelischen Filmemachers Moshe Zimmerman schildert eine Reise in die Vergangenheit aus der Sicht eines Mannes, dessen Leben unwiderruflich vom Holocaust geprägt ist.

Der 74-jährige Danny Chanoch hat Auschwitz überlebt, oder er hat – wie er es ausdrückt – einen BA, einen Bachelor of Auschwitz. Der große, charismatische Mann hat mehrfach im Rahmen von Delegationen in Polen ehemalige Vernichtungslager der Nazis besucht. Es dauerte jedoch lange, ehe er seine Kinder Miri und Sagi dazu bewegen konnte, gemeinsam mit ihm die Schauplätze seiner verlorenen Kindheit aufzusuchen. Sechs Tage lang fahren die drei Familienmitglieder mit einem Filmteam von Lager zu Lager durch „diesen“ Teil Europas und besuchen die Stätten von Dannys Kindheitstraumata. Zuletzt gelangen sie nach Auschwitz-Birkenau. Dort will Danny einen Wunsch verwirklichen, den er schon sein ganzes Leben lang hegt. Er möchte mit seinen Kindern eine Nacht auf seiner alten Pritsche in seiner alten Baracke verbringen.

Der Filmemacher Moshe Zimmerman drehte unter anderem die Filme „A Whale on Sheraton Beach“ und „An Evening without Na’ama“. Und er schrieb mehrere Bücher über das israelische Kino. Da er selbst Kind von Holocaustüberlebenden ist, stellte diese Reise mit Danny Chanoch und dessen Kindern für ihn ebenso wie für die drei Protagonisten eine Katharsis dar.

„Walter Rathenau, Deutscher und Jude“

geschrieben von Wolfgang Brenner, Berlin

16. Februar 2011

Wolfgang Brenner, Berlin (1954) ist studierter Germanist, war eine Zeit lang als Journalist tätig, ist aber vor allen Dingen Schriftsteller. Er ist u.a. der Autor der oben genannten Biografie von Walter Rathenau. Aus dieser Biografie wird er ausgewählte Teile vorlesen, sie kommentieren und natürlich auch für Nachfragen zur Verfügung stehen.

Walther Rathenau (1867-1922) war Industrieller, Schriftsteller und Politiker. Die traumatisch erlebte Kluft zwischen Zugehörigkeit zur Elite (der Vater war der Gründer und Besitzer der AEG, die später stark an der Rüstungsproduktion des 1.Weltkrieges beteiligt war) und gleichzeitiger Diskriminierung als Jude begleitete ihn sein Leben lang und bestimmte sein Denken und Handeln. Rathenau hat immer wieder versucht, Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, auch, um von ihr anerkannt zu werden. Hatte er dem Krieg 1914 noch kritisch gegenübergestanden, wandelte er sich während seiner Arbeit für das Kriegsministerium immer mehr zum Falken. So sprach er sich für die Bombardierung Londons mit Zeppelinen und die Deportation belgischer Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland aus. Nach dem Krieg wurde er wegen seiner widerspruchsvollen politischen Haltung zunächst von allen Seiten angefeindet. Doch wenig später wurde er Außenminister der Weimarer Republik.

Die Ermordung von Walter Rathenau war der erste politische Fememord der Weimarer Republik, der auch dezidiert antisemitisch motiviert war.

Veranstalter: Evangelisches Forum Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel, Gesellschaft für christl.-jüdische Zusammenarbeit und VVN-BdA Münster

Nazis in Münster und eine Stadt schaut weg

6. November 2010

Ende der 70er Jahre trieben Neonazis in Münster und im Münsterland ihr Unwesen. Antifaschistinnen und Antifaschisten wurden bedroht, Hakenkreuze ans Rathaus gesprüht und gar ein Anschlag auf den Longinusturm in Nottuln verübt, um die Ausstrahlung der Holocaust-Reihe im Fernsehen zu verhindern.

Polizei, Staatsanwaltschaft und Politik sahen dem Treiben zu, ohne Einhalt zu gebieten. Als Antifaschistinnen und Antifaschisten den damaligen Oberbürgermeister Pierchalla besuchten, um eine Petition gegen diese neofaschistischen Umtriebe mit 1.000 in kürzester Zeit gesammelter Unterschriften zu übergeben, erklärte dieser, er wolle sich als „nützlichen Idioten“ vor den Karren von Kommunistinnen und Kommunisten spannen lassen: „Er schloß seinen Monolog mit der ungeheuerlichen Unterstellung, die Nazischmierereien könnten schließlich auch von Kommunisten angebracht worden seien, damit die Kommunisten einen Anlaß hätten, gegen angebliche Nazis vorzugehen“, so in der Broschüre.

Die Verfahren gegen Neonazis wurden zu meist eingestellt: Von 130 Verfahren führten „lediglich sechs (!) Verfahren“ zu einem rechtskräftigen urteil oder einem Strafbefehl.

„Die Nachlässigkeit, mit der die Behörden unserer Stadt gegen neonazistische Umtriebe ermitteln, steht in einem bezeichnenden Kontrast zur Akribie und Strenge, mit der sie gegen Antifaschisten operieren:

Mitte Juli 1978 fand am Servatii-Hochhaus in Münster eine von Bund demokratischer Wissenschaftler und dem Arbeitskreis Umwelt durchgeführte Protestkundgebung gegen die Pläne der Landesregierung statt, in NRW noch mehr Atomkraftwerke zu bauen (Landesentwicklungsplan VI).

Für den gleichen Ort und zur gleichen Zeit hatte die Stadt Münster kurzfristig einer Gruppe von Alt- und Neonazis einen Informationsstand genehmigt. Offensichtlich spekulierte man von Seiten der Stadt bewußt auf eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen, um dieses dann propagandistisch ausnutzen zu können. Die Kundgebungsteilnehmer gegen den Landesentwicklungsplan VI fühlten sich zu Recht provoziert, zumal der Stand der „Hilfsgemeinschaft Freiheit für Rudolf Hess“ den genehmigten Platz für die Abschlußkundgebung der Kernkraftwerkgegner versperrte. Es kam zu Auseinandersetzungen und von Seiten der Nazis zu Anzeigen gegen die zwei Kundgebungsteilnehmer Ewald Halbach und Christoph Matschinski. In der ersten Instanz verurteilte das Amtsgericht Münster die beiden wegen versuchter Nötigung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 40 bzw. 15 DM.“

Diese Verurteilung konnte später durch antifaschistischen Protest und die Widerlegung der Behauptungen der Neonazis durch den die Antifaschisten vertretenden Anwalt in der Berufungsinstanz aufgehoben werden.

Antifaschisten wurden aber auch mit Berufsverboten belegt. Ausführlich wird der Fall eines Antifaschisten dokumentiert, der in der „Münsterschen Zeitung“ einen Leserbrief geschrieben hatte, um dagegen zu protestieren, dass Politik und Verwaltung erst nach einer „Odyssee“ aktiv wurden, um das oben erwähnte Hakenkreuz vom Rathaus zu entfernen: „Am Ende einer langen Telefon-Odyssee, am Spätnachmittag endlich, kam dann die Feuerwehr, um das Terrorsymbol am Rathaus zu entfernen.“ Dieser Leserbriefschreiber konnte erst vor dem Arbeitsgericht das gegen ihn verhängte Berufsverbot aufheben lassen. Zum Stand der Broschüre war das Verfahren in zweiter Instanz anhängig: „Nur eine breite Solidaritätsbewegung mit Ch. Sann wird dies verhindern und den ersten Erfolg vor dem Arbeitsgericht Münster sichern können“, so das Fazit der Broschüre.

Abschließend thematisiert die Broschüre das neofaschistische Treiben an der Uni Münster. Auch hier wurden Dozenten und Studenten durch Studenten aus dem Umfeld des „Ring freiheitlicher Studenten“ bedroht und verprügelt.

Broschüre: Nazis in Münster und eine Stadt schaut weg (1647 KB / 52 S.)

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